Aktion „Keine Leistungskürzungen“

Wir unterstützen die bundesweite Aktion „Keine Leistungskürzungen“ der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und sprechen uns gegen Leistungskürzungen für Arztpraxen und für einen Ausgleich der Kostensteigerungen aus!

Während die Politik sich seit Jahren umfänglich um die finanziellen und personellen Sorgen der Kliniken kümmert, Ausgleichszahlungen bereitstellt, Bonuszahlungen finanziert und durch die finanzielle Besserstellung der Kliniken das Abwerben von Personal aus dem ambulanten Sektor unterstützt, wurde der ambulante Sektor in vielen Bereichen vernachlässigt. Hausarztpraxen betreuen über 90% der Covid19-Patienten, inzwischen auch die meisten Long-Covid-Patienten und bekommen trotz wieder eingeführter Telefonischer Krankschreibung inzwischen nicht einmal mehr die zusätzlichen Telefonkosten dafür erstattet. Hausarztpraxen haben mehr als die Hälfte aller Coronaimpfungen durchgeführt und das zusätzlich zu den Belastungen durch die Behandlung der Covid19-Patienten und dem „normalen“ Praxisalltag. Die Mitarbeiter aller Praxen haben in den letzten 1,5 Jahren ein überaus hohes Engagement in der Patientenbetreuung gezeigt. Trotzdem verweigern Entscheidungsträger die gleiche Finanzierung von Coronabonus-Zahlungen wie sie in Kliniken oder Pflegeheimen üblich ist – eine Herabwürdigung der außergewöhnlichen Leistungen in den Hausarztpraxen in diesem Land. Es lässt den Eindruck entstehen, dass eine Mitarbeiterin in einer Hausarztpraxis weniger wert sei, als jemand in einer Klinik oder einem Pflegeheim. Wir sprechen uns gegen diese Ungleichbehandlung aus und fordern die politischen Entscheidungsträger auf, diesen Missstand zu beseitigen!
Zusätzlich erleben wir tagtäglich, wie halbfertige Pläne für die Digitalisierung in der Medizin unseren Praxisalltag erschweren. Die angekündigte volle Kostenneutralität wird seit Jahren nicht eingehalten. Jede Praxis hat Mehrausgaben durch die Umstellung auf neue Technik und Software, die durch die Fördermittel nicht finanziert werden, weil diese nicht den tatsächlichen Kosten entsprechen.
Bisher haben wir zudem keinen finanziellen Ausgleich für die gestiegenen Kosten seit Beginn der Corona-Pandemie für zusätzliche Hygienemaßnahmen und Verbrauchsmaterialien wie Spritzen, Desinfektionsmittel oder Papier erhalten.
Durch die angekündigten Sparmaßnahmen mit den Streichungen / Änderungen zum TVSG und GKV-Finanzstabilisierungsgesetz sind Kürzungen in den Leistungen für Patienten zu befürchten. Es droht zudem eine Unterfinanzierung der Praxen bei fehlendem Inflationsausgleich seit zwei Jahren und erst recht aufgrund der massiv gestiegenen Energiepreise. Wir wollen für Sie da sein und Sie versorgen – wenn man uns lässt und dafür sorgt, dass das ambulante Versorgungssystem nicht ausblutet und kollabiert. In Großbritannien sind Wartezeiten auf einen Vorsorgetermin beim Zahnarzt von knapp 5 Jahren üblich. Wir hoffen, dass wir nicht irgendwann auch an diesem Punkt ankommen. Unterstützen Sie daher die Forderungen Ihrer Arztpraxen, der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Ärzteverbände. Wir nutzen unsere Internetseite, um unseren Verbänden Unterstützung zu geben und auf die Probleme aufmerksam zu machen.